Tag 77. Nules – València

Aufstehen um sechs. Die Sonne geht gerade auf, selbst die Ameisen schlafen hier noch. Beflügelt hüpfe ich in die Sanitäranlagen und putze Zähne etc. Danach schnell das gestern geschmierte Brot (wie kann Brot über Nacht so steinhart werden?!) runtergewürgt. Speichelproduktion läuft auf Hochtouren, um die knochentrockenen Brocken nach unten zu befördern. Und los. Ich friere fast. Ein selten gewordener Luxus, den ich genieße. Ja, hätte ich Ende März auch nicht gedacht. Durch endlose Orangenhaine. Was hier so romantisch, wild und schön klingt, ist es auch fast. Die orange getupfte Plantagenidylle wird nur durch den nicht allzu fernen Hauch von Abgas und Autolärm im wahrsten Sinne getrübt. Ich ruckele auf sparsam asphaltierten Straßen durch die Obstlandschaft, habe aber wenig Sinn dafür, denn mein Ziel ist València.

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Da komme ich dann auch mal locker 1,5 Stunden zu früh an. Warum bloß? frage ich mich und parke am Bahnhof, um auf Julia zu warten. Natürlich muss ich auf Klo und natürlich traue ich mich nicht, mein Fahrrad alleine zu lassen, um zu dem McDonald’s auf der anderen Straßenseite zu gehen. Ich schnappe mir meinen kleinen Hocker und lese. Nach 10 Minuten ist alles unterhalb des Bauchnabels eingeschlafen. Ich stehe auf und stakse herum. Menschen kommen und gehen. Telefonieren und starren mich an.

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Da endlich kommt meine Julia und winkt mir fröhlich zu, als sei das das normalste der Welt. Ist es irgendwie auch merke ich, als wäre ich nie weg gewesen. Nur dass wir jetzt in einer anderen Stadt sind und uns die 30 Grad erheblich ermüden. Julia ist aber auch schon um viertel vor vier (!) aufgestanden. Wir treffen José in dem kleinen Appartement. Er ist sehr nett und freut sich dass ich etwas spanisch verstehe. Freundlich sagt er irgendwann dass ich ihm sagen soll, wenn ich etwas nicht verstehe. Ich bin schonmal froh, dass ich das verstanden habe. Paradox. Er verlässt uns wieder und kurz danach sehen meine verstreuten Sachen aus, wie aus einer Explosionszeichnung. Wir essen, was ich noch so in meiner Tasche finde und machen uns auf den Weg, zum Rumgucken und Einkaufen. Landen schließlich bei McDonald’s, um ein Eis zu essen und kommen erschlagen wieder am Appartement an. Jetzt etwas ausruhen und dann für morgen planen :-)

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3 Gedanken zu „Tag 77. Nules – València

  1. Ihr habt ja Wein auf dem Tisch!! Das wird doch kein Saufgelage? Ich freue mich, dass Julia gut angekommen ist. Habt viel Spass. Ach ja Menina, bei Dir kommt jetzt doch der negroide Einschlag durch, oder -wie Omi immer sagte- “das verdammte Zigeunerblut”.
    Da kannst Du jetzt draus machen, was Du willst. Ich weiß auch nicht.
    Alles Liebe
    Mami

  2. Außer Wein hast du noch Kirschen und Tortilla in deinen Taschen gefunden? Ich bin beeindruckt! Mit Hängematte, klasse! Und endlich mal wieder ein Bett und eine Dusche ohne Zeitbegrenzung! Und ihr beide seht gut und glücklich aus! Genießt die Zeit!!

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