Tag 18. Rettel – Metz

Kurzes Update (meine Finger sind so kalt, dass das tippen nervt). Gestern in la france angekommen. Ich hab es nicht mal gemerkt, bis ich französische Straßenschilder gesehen habe. Schengen sei Dank. Zurück, bis ich wenigstens das hier entdeckt habe:

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Und das hier:

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Hurra.
Der Platz zu dem ich wollte hat zu. Quoi faire? Denke ich schon ganz assimiliert von la france. Weiter Richtung Metz, meine nächste Station, ist der Platz auch geschlossen, was ich Dank Internet rausfinde. Was hab ich bei der Planung denn gemacht?! Jetzt wird es kritischer. Ich fahre trotzdem weiter, was auch sonst. In thionville soll es auch einen camping municipale geben. Eine Art öffentliches Gelände mit Camping Option. Nochmal 17km. Es ist kalt und ich muss auf Toilette. Ein Ort weiter ist ein Schild zu einem Campingplatz. Auch ein camping municipale. Ich versuche mein Glück, aber wieder mal hat Fortuna was besseres vor. Auch hier zu. Vive la france, denke ich. Auf dem Gelände ist ein Restaurant. Höflich aber innerlich verzweifelt, frage ich, ob ich vielleicht eine Nacht …? Noch bevor ich meinen bröckeligen Satz zuende bringen kann, unterbricht mich mein Gegenüber – als er noch dachte ich will was bestellen, hat er noch gelächelt. Eilig hat sich das Lächeln aber in eine Ecke seines Mundes verzogen und versucht sich zu verstecken. Non Madame, ce n’est pas possible. Er winkt eine Dame zu sich, die offenbar Deutsch kann. Sie erklärt, dass der Platz geschlossen ist (wär mir jetzt überhaupt nicht aufgefallen …) und ich nicht bleiben kann. Aber 30km weiter könnte vielleicht ein Platz offen sein. Am Ende gestattet sie mir hinter dem Restaurant auf der Wiese zu bleiben, nachdem sie mir ungefähr fünf mal gesagt hat, dass das aber dann auf meine eigene Verantwortung usw. Ich schiebe mein Rad auf die Wiese und verschwinde fast in dem gefühlt meterhohen Gras. Spinnen, Zecken, Schnecken und Mücken sind mir alle egal. Ich rufe Julia an und breche sofort in Tränen aus. Nach dem Gespräch bin ich ruhiger und baue das Zelt auf. Noch sind Menschen da, aber ganz geheuer ist mir das alles nicht. Ich sitze im Zelt und verbringe zwei Stunden damit, die französische SIM Karte zu aktivieren und alles einzustellen. Alida und Marc-Oliver organisieren mir ein Hotel für den nächsten Tag. Ich bin froh und dankbar über meine Familie. Langsam wird es dunkel und nach und nach verschwinden die Autos und die Menschen. Als ich ganz alleine bin, wird mir mulmig. Ich sammle eine Taschenlampe, mein Pfefferspray und ein Messer zusammen und lege es griffbereit zurecht.

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Letzten Endes schlafe ich zwar schlecht und male mir die wildesten Geschichten aus, aber ich stehe am morgen unversehrt auf und packe zusammen. Jetzt mache ich Pause und esse endlich was. Es ist reichlich kalt, aber die Sonne kommt ab und zu raus. Es könnte schlimmer sein …

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Im Hotel angekommen. Reichhaltiges Abendbrot zu mir genommen. Liege auf dem Doppelbett und grabbele lustlos in einer Chipstüte. Bin extrem voll, aber die Cola Zero und das Kitkat müssen noch rein. Sehe die Simpsons auf Französisch. Augen brennen und fallen wohl bald zu :-) .

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10 Gedanken zu „Tag 18. Rettel – Metz

  1. Liebe Menina,
    halte durch und lass dich von den Franzacken nicht runter ziehen!!!!
    Die haben super geiles Baguette – und sind eigentlich auch ganz nett ;)

    Sonnige Grüße

  2. Oh Mann, das klingt aber wirklich anstrengend. Nicht zu wissen, wo man schlafen soll ist mit das schlimmste. Gut, dass du erstmal im Hotel bist. Halt dich wacker.

  3. Hallo Menina,
    Ich habe mich lange nicht gemeldet, aber ich kann Deine Mails nur im Buero lesen und hab dann nicht immer Zeit, Dir zu antworten.
    Morgen kommt nun Deine Mutter und am Mittwoch fliegen Gianni und ich nach Istanbul.
    Bin ich froh, dass Du nun fuer heute ein Hotel hast. Geniesse bloss das Bett!!!! und Kopf hoch, je suedlicher Du kommst, umso besser wird das Wetter………
    Von hier gibt es wenig Neues. Der Kleine von Claudia gedeiht praechtig. Sie sind jetzt in Suedspanien, da David Osterferien hat. Diana faehrt morgen nach Santander, zu der Mutter von Oscar, wo sie ein paar Tage bleiben werden. Silvia und Familie bleiben in Madrid. Ja und das waers. Uebrigens, mein Knie macht Fortschritte, auch wenn ich noch etwas humple und noch nicht richtig die Treppen runtergehen kann, aber es sind ja auch erst 5 Monate her, seit ich operiert wurde, que horror und ich dachte in 2 Monaten bin ich total fitt !!!! Que ilusión!!!
    Also, meine Liebe, Du strampel eifrig weiter, so wirst Du bestimmt spaeter keine Knieprobleme haben, jajajaj
    Viele liebe Gruesse und toi, toi, toi, wir bewundern Dich alle.
    Deine Tante Heike

  4. liebe Menina,

    genieße das Hotel, das Bett, die Dusche, ein leckeres Essen, und dass du, aller Widrigkeiten zum Trotz, schon in Frankreich angekommen bist

  5. dies wird wohl mein letzter Kommentar sein bis zum 24.4. In Giannis Komputer kann man Dich wohl nicht empfangen, oder doch? Vielleicht trau ich mich ja mit dem Auto mal zu Silvia. Die kanns. Churro hat auf Alidas Bett gepinkelt, das Ferkel. Gestern, noch bei uns, sass er auf dem Vogelhäuschen. Grosse Aufregung. Hat er erstmal Stubenarrest bekommen. Nun ist er ja bei Alida. Wein man nicht! Du weisst ja: Nur die Harten komm’ in Garten. Ich hab Dir unter Gestern noch einen Kommentar geschickt. Hoffentlich kannst Du den noch lesen.
    Alles Liebe
    Mami

    1. Hallo Mami. Ja hab ich gelesen :-) . Von Giannis Computer aus geht das auch. Ist egal welcher Computer. Du brauchst nur eine Verbindung zum Internet. Hat Gianni ja.

  6. Hi Menina,
    sind es wirklich erst 14 Tage die Du weg bist? Ich kann es gar nicht glauben … Dank deines Blogs bist Du bei uns im “Kontor” all gegenwärtig und sorgst immer für Gesprächsstoff :-) ) und grinsende Gesichter. Zur Zeit haben wir an allen Schreibtischen gut zu tun! Ich frage mich, wie Du wissen konntest, dass Anfang April das Chaos hier ausbricht … und warum ich noch hier bin, statt auf dem Fahrrad nach Madrid? Das ist alles nur eine Phase, das geht vorbei – heute war schon ganz gut – ich habe alles geschafft – hurra!.
    Dein Blog ist nun auch bei meiner Familie angekommen, Hannes ließt Lasse gerade Deine letzten 14 Tage Reisebericht vor – ich höre ihn (Lasse) hier oben immer mal glucksen. Herrlich!
    Tolle Aktion von Deiner Schwester und Freund! Konntest Du die Nacht genießen? Hoffentlich hattest Du ruhige Zimmernachbarn, jetzt wo endlich mal keine Vögel in der Nähe sind :-) ) und warmes Wasser für Dauerduschen.
    Ich hoffe, dass der nächste Campingplatz auf deiner Route dann endlich auch geöffnet hat, damit Du die Übernachtungs-Sorge dann nicht mehr haben musst.

    Alles Gute aus Hamburg und gute Nacht –
    hier war es heute übrigens fürchterlich – kalt, Regen, Sturm, Sonne -
    ich konnte das Fahrrad stehen lassen und habe mich von Hannes bringen lassen :-)
    Ciao TIna

    P.S.
    Was ich mich schon länger frage: Schreibst Du den ganzen Text händisch auf deinem IPhone oder lässt Du dir von “Siri” etwas helfen? Wenn die Finger zu kalt werden?

    1. Hallo Tina! Ich hoffe du hast nicht zuviel Stress! Halt durch ;-) . Es ist toll von allen immer mal Kommentare zu bekommen! Ich tippe alles selber, deswegen sind auch tipp- und Schreibfehler drin :-) . Grüße an deine Familie!

  7. Hallo Menina,
    Ich melde mich nun ab. In einer halben Stunde fahre ich zum Flughafen, um Mutti abzuholen und morgen fliegen dann Gianni und ich in die Turkei. Am Sonntagabend sind wir wieder da unhd am Montag melde ich mich dann wieder.
    Bis dahin viele liebe Gruesse
    Heike

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