Tag 61. Barcelona – Sitges

Die Tour heute war eigentlich nicht der Rede wert, außer etwas hoch und runter, aber so bleibe ich in Übung. Ich verlasse also das Hotel und mache mich auf den Weg. Ich fahre noch durch barcelonesische Vororte und dann in ein paar Berge. Viele Rennradfahrer, die nicht wissen ob sie mich grüßen sollen oder nicht. Manche nicken, heben die Hand, manche machen beides zusammen. Ich nicke und winke eifrig zurück – soweit ich es riskieren kann, eine Hand vom Lenker zu nehmen. Es fahren ohne Pause Autos an mir vorbei, ich kann schon fast die Marke am Abgasgeruch erkennen. Nein, so schlimm ist es noch nicht – aber bald. Ich hatte mir die Strecke vorher angeguckt und die kleinen Hügel in der Höhenangabe gesehen. Ich fahre den Berg hoch und denke “waren das jetzt schon die 200m? Wow, ich werde immer besser”. Noch berauscht von meinem mühelosen Höhenflug sehe ich weiter vorne den richtigen Anstieg. Wieder drauf reingefallen, ich glaube das passiert mir jedes Mal. Aber so schlimm ist es nicht. Bei der Abfahrt klingt meine Bremse ein wenig wie ein aufgeregter Spatzenschwarm. “Also, bis Valencia muss jetzt alles halten” beschwöre ich mein Rad. Gibt es einen Heiligen für Fahrradfahrer?
Der Platz ist klein, aber nett. Ich teile meinen Stellplatz mit einem Ameisenvolk, die sicherlich den ganzen Platz untergraben haben. Ich gehe erstmal in den Ort. Hier herrscht ein sehen-und-gesehen-werden. Außerdem ein deutlicher Männerüberschuss (das finden die Männer aber nicht schlimm, glaube ich …!), dazwischen aber auch ein paar Familien und Rentner. Ich finde weiter weg einen ruhigen Strand und platziere mich da. Super, man kann hier Liegen mieten. Für fünf Euro. Und wenn man was Überdachtes will, nur vier Euro mehr. Ich merke, dass ich anscheinend kein Strandurlauber bin, denn sowas ist mir neu. Auch die unermüdlichen Getränkeverkäufer, die mit Umhängetaschen den Strand ablaufen. Oder die asiatisch aussehenden Frauen, die eine Massage anbieten. Wer macht denn sowas, denke ich und prompt lässt sich eine Amerikanerin neben mir darauf ein.

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Langsam wird es windiger und ich fröstele. Ich habe den Eindruck ich passe mich den Südeuropäern an, die noch bei 20 Grad mit Schal und ! Daunenjacke rumlaufen. Ich verweichliche… ausser natürlich an den Beinen. Ich mache mich zurück auf den Weg zum Platz. Ich muss noch alles vorbereiten für den Regen morgen :-)

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4 Gedanken zu „Tag 61. Barcelona – Sitges

  1. so, so, du verweichlichst also
    tse, tse *kopfschüttel* das hätte ich wirklich nicht von dir gedacht. ;-)

    wenn’s dich tröstet: in HH ist das wetter gerade arg schattig, grau und regnerisch. dagegen fände ich 20 grad geradezu lauschig :-)

    wünsche dir, dass deine bremse mindestens bis valencia durchhält und sich keine weiteren speichen verabschieden! und natürlich, dass deine tour dir weiterhin spaß macht und erkenntnisse bringt!

    ps. lange nix mehr von spinnen gehört…

  2. Valencia, wir kommen! Jedenfalls ganz bald :-) Nur noch etwas mehr als zwei Wochen, das ist doch ein Klacks! Fast ein Katzensprung :-)

  3. Sitges!
    Weisst du Menina, vor 20 Jahren (jetzt weiss jeder wie alt ich bin!) haben DAvid und ich mit Freunden an einem Antik-Auto-Rally (oder wie es immer auf Deutsch heissen soll) mitgemacht, von BArcelona nach Sitges. Wir fuhren in ein altes Cabrio, natürlich zu dem Auto passend verkleidet, und sind die ganze Strecke wahrscheinlich langsamer als du gefahren, und die ganze Zeit dem Publikum zugewunken (vergangenheit von winken, “gewunken”???). Ich fühlte mich wie Lady Di!! Es war viel Spass! Von Sitges kann ich nicht viel erinnern, nur eine grosse Kirche am Strand!
    Viel Spass und bis bald!

  4. künftig kannst du Madonna del Ghisallo anrufen, sie wird seit 1949 als Schutzpatronin der Radrennfahrer verehrt und kümmert sich bestimmt auch um die anderen Radlerinnen

    möge es nützen und die Speichen, Bremsen etc. halten:-)

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