{"id":375,"date":"2014-04-22T14:07:17","date_gmt":"2014-04-22T12:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/menina-unterwegs.de\/?p=375"},"modified":"2014-04-22T14:07:17","modified_gmt":"2014-04-22T12:07:17","slug":"tag-26-besancon-chaussin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/menina-unterwegs.de\/?p=375","title":{"rendered":"Tag 26. Besan\u00e7on &#8211; Chaussin"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"450\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"http:\/\/www.komoot.de\/tour\/tour\/2623217?embed&utm_campaign=wpplugin\"><a href=\"http:\/\/www.komoot.de\/tour\/tour\/2623217?utm_campaign=wpplugin\">Tour anzeigen<\/a><\/iframe><\/p>\n<p>Ach, Hotelzimmer. Sobald ich die M\u00f6glichkeit habe, nutze ich alles was geht. Alle Steckdosen werden sofort belegt (eine Sache, die ich auch sch\u00e4tzen gelernt habe: Strom), die Toilette wird so h\u00e4ufig es geht frequentiert, auch bei nicht unbedingtem Bed\u00fcrfnis. Gro\u00dfz\u00fcgig nat\u00fcrlich auch das Klopapier abgerollt und automatisch in die Taschen gesteckt. Ich frage mich, wo ich \u00fcberall Klopapier wiederfinde, wenn ich wieder zu Hause bin. Auch eine M\u00f6glichkeit, eine Art Tagebuch zu f\u00fchren. &#8222;Ach, guck mal, das hier hab ich aus Besan\u00e7on&#8220;. Und dies hier, das ist richtig gutes, das kommt von dem Campingplatz in Nancy. Das war ein Fest, da hab ich richtig zugelangt&#8220; usw.<br \/>\nVielleicht sollte man eine Bewertung der Pl\u00e4tze nach Klopapier einf\u00fchren. F\u00fcr uns Camper ist das wichtig. Wenn man nicht gerade, so wie ich, 6-8 Rollen Klopapier mitf\u00fchrt, weil man ja sonst nicht wei\u00df wohin mit dem ganzen Platz in den Fahrradtaschen.<br \/>\nZur\u00fcck zum Hotelzimmer. Ich nutze nat\u00fcrlich auch ausgiebig den Fernseher. Zuerst Iron man, danach Fluch der Karibik 2. Auf einmal kann ich viel l\u00e4nger wach bleiben, erstaunlich. Ich wollte schon langst was essen, aber komme weder gedanklich, noch motorisch von dem Ger\u00e4t los.<br \/>\nIn der Nacht ist es schrecklich hei\u00df. Ich wei\u00df gar nicht warum, bis mir morgens auff\u00e4llt, dass ich die kleine elektrische Heizung auf Volldampf laufen lasse. Morgens muss ich das Fenster aufmachen, um zu pr\u00fcfen, wie kalt es drau\u00dfen ist &#8211; verr\u00fcckt. Ich freue mich \u00fcber den Spiegel im Bad, in dem ich sehen kann, wo genau meine Fahrradshirts an den Armen aufh\u00f6ren. Ebenso an den Beinen. Das wird lustig, wenn ich mal den Badeanzug anziehe&#8230;. Ich dusche ausgiebig und creme mich ein. Kann es etwa sein, dass meine gigantische 50ml Flasche creme schon leer ist? Ich pule den Deckel ab und schlage mir die \u00d6ffnung auf die Handfl\u00e4che. Mit einem satten Ger\u00e4usch saugt sie sich an der Hand fest. Das finde ich lustig. Als sie sich schmatzend wieder l\u00f6st spritzt vornehmlich an den Spiegel der restliche Inhalt der Flasche. Hm. Bin ich etwa nach vier Wochen schon nicht mehr zivilisationsf\u00e4hig? Artig wische ich die Creme von Spiegel ab, brauche ich schlie\u00dflich noch.<br \/>\nJa dann, los gehts. Ich bin froh, Besan\u00e7on hinter mir zu lassen, einerseits weil ich gro\u00dfe St\u00e4dte nicht mehr mag und andererseits, weil die Stadt einfach potth\u00e4sslich ist. Ich fahre an einem Kanal entlang, zweifelsohne ein &#8222;Canal du irgendwas&#8220;. Ab und zu kommt mir ein Radfahrer entgegen und wir sagen gegenseitig bonjour. Die Franzosen sagen ja nicht &#8222;bonngjur&#8220;, so wie ich, sondern eher ein &#8222;bongschuuchrrr&#8220;. Daran kann man sie von den Zugereisten unterscheiden. Auch das handels\u00fcbliche &#8222;Oui&#8220;, wo ich quasi &#8222;ui&#8220; nuschele, kommt bei den Franzosen eher dahin gehaucht her, als &#8222;Uuiihh&#8220; mit einem leichten Sto\u00dfseufzer am Ende. Also eigentlich ein einfaches Ausatmen des Wortes. Ich habe aber auch schon eine abgewandelte Form geh\u00f6rt, bei der das Ausatmen nach dem &#8222;uu&#8220; schon abgebrochen wird. Salopper wird auch gerne ein &#8222;U\u00e4hh&#8220; verwendet, wo das Seufzen oder Atmen g\u00e4nzlich fehlt.<br \/>\nIch komme auch hier, wie in Deutschland auch, an Menschen vorbei, die mich nur anstarren und sich geradezu erschrecken, wenn ich ihnen mein deutsches &#8222;bonngjur&#8220; hinwerfe. Nur die eine Katze, die starrt stur an mir vorbei &#8230; Auch deutsche Fahrradfahrer kommen mir entgegen, einfach zu erkennen durch deutsche Flaggen oder wenn sie einfach &#8222;hallo&#8220; rufen. Na, denke ich, seid ihr auch die ganze Strecke mit dem Rad von zu Hause losgefahren? Hochn\u00e4sig nehme ich an, dass nicht, denn ihr gepackt ist viel zu klein und \u00fcberhaupt sehen die gar nicht so aus. Basta. Oder sie sind einfach gep\u00e4ckm\u00e4\u00dfig schlauer als ich. Das tue ich aber gro\u00dfz\u00fcgig ab.<br \/>\nBald mache ich Pause, weil ich an der Bank einfach nicht vorbei fahren kann. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/menina-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/20140422-135524.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/menina-unterwegs.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/20140422-135524.jpg\" alt=\"20140422-135524.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><br \/>\nEs ist sch\u00f6n warm, die Sonne scheint. V\u00f6gel zwitschern, Falter flattern, Fliegen summen. Ich beobachte sie. Die Fliegen lieben meine neonfarbene Regenh\u00fclle. Sie setzen sich darauf und es sieht so aus, als ob sie sich st\u00e4ndig \u00fcber ein super Gesch\u00e4ft freuen, denn sie reiben sich permanent die H\u00e4nde. Oder die F\u00fc\u00dfe. Ein Zitronenfalter (ja das Zitronenfalterimperium scheint alt-r\u00f6mische Ausma\u00dfe zu haben) setzt sich auf mein Knie, breitet seine Fl\u00fcgel aus und sonnt sich. Ich beschlie\u00dfe Frieden und Freundschaft mit den Zitronenfaltern und zufrieden fliegt der Falter wieder davon. Ich starre gedankenverloren auf den Boden und merke nach kurzer zeit, dass mein Puls so kr\u00e4ftig klopft, dass mein Kopf mit ihm mitnickt. Alle kleinen Tiere, die sich verh\u00e4ngnisvollerweise unter mein Shirt verirren bleiben entweder am R\u00fccken kleben oder ertrinken gleich, denn ich brate und schwitze in der Sonne. Mir haben zwar mal Leute gesagt dass es sinnvoll ist, etwas hei\u00dfes zu trinken, wenn einem hei\u00df ist, aber der quasi noch kochende Tee, den ich trinke, k\u00fchlt mich tats\u00e4chlich eher gar nicht ab. \u00dcberaus tr\u00e4ge beschlie\u00dfe ich, weiterzufahren. Als ich aufstehe hinterlasse ich, eigentlich wie gestern, eine &#8222;Menina&#8220;-Form auf der Bank. Ich denke, ich werde wohl noch so 6 oder 7 Pausen machen, bis ich nach 30km am Ziel bin \ud83d\ude42<\/p>\n<p><a class=\"geolocation-link\" href=\"#\" id=\"geolocation375\" name=\"47.132544,5.575872\" onclick=\"return false;\">Posted from here.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tour anzeigen Ach, Hotelzimmer. Sobald ich die M\u00f6glichkeit habe, nutze ich alles was geht. Alle Steckdosen werden sofort belegt (eine Sache, die ich auch sch\u00e4tzen gelernt habe: Strom), die Toilette wird so h\u00e4ufig es geht frequentiert, auch bei nicht unbedingtem Bed\u00fcrfnis. Gro\u00dfz\u00fcgig nat\u00fcrlich auch das Klopapier abgerollt und automatisch in die Taschen gesteckt. Ich frage &hellip; <a href=\"http:\/\/menina-unterwegs.de\/?p=375\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Tag 26. 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